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Singen in Widdersdorf – Kinder trainieren ihre Sinne



Nach dem Konzert strömen alle Kinder raus aus der Kirche, auch Tim: Schnell wie der Wind stürzt der 8jährige auf seinen Krücken hinter seiner Klasse her. So rasant und sicher, dass eine Seniorin ihm hinterher schaut und dann zur Freude aller sagt: „SO würde ich auch gern laufen können...“

Und es gab viel Freude bei der Adventsfeier für Senioren, zu der die evangelische Kirchengemeinde Ichthys in Widdersdorf alle Bürger ab 75 Jahren eingeladen hatte. Nicht nur, dass die Seniorinnen und Senioren selbst musizierten, sangen oder Gedichte vortrugen. Als kleinen Höhepunkt hatte man die Schulklasse 3c der Olympiaschule eingeladen, um den älteren Bürgern im Kölner Westen etwas vorzusingen zu lassen.

Diejenige, der die Kinder ihr Singen zu verdanken haben, ist natürlich auch dabei: Ursula Dohr, die Klassenlehrerin. Als man ihr die Anfrage der Kirche weiterleitete, zögerte sie nicht lang und sagte zu – schließlich hat die Olympiaschule derzeit keinen Schulchor. Frau Dohr ist aber dafür bekannt, wie gut ihre Klassenkinder singen können. Stets treibt sie ihre Klassen zur Höchstleistung an – 2018 wurde sogar an der Kinderoper Köln die sorgfältig einstudierte Vogelhochzeit vorgetragen.

Nun aber waren Weihnachtslieder angesagt – und die Kinder sangen aus tiefsten Seelen; forderten den Nikolaus auf hereinzukommen und wagten sich als Zugabe sogar an einen Kanon: „Knospen springen auf“. Das Abschlusslied hatten die begeisterten Kinder selbst zugesagt, schließlich wollten sie ihr ganzes Repertoire zum Besten geben...

Ursula Dohr ist und kann stolz auf ihre 3c sein. Als ich sie frage, was Musik mit Kindern macht, stutzt die Musiklehrerin nur kurz. Dann sagt sie: „Musik verbindet meiner Meinung nach die Gehirnhälften. Und die Kinder. Sie trainieren ihre Sinne und es macht Spaß.“

Wie gern die Kinder singen, das konnte man wahrlich sehen. Sie sind zu einem echten Klassenverband zusammen gewachsen – auch wegen all der Musikstücke, die sie seit der 1. Klasse gemeinsam einstudieren. Denn das alles geschieht neben der normalen Schularbeit! Und wenn Kinder an einem Nachmittag freiwillig zusammen kommen, um in einer Kirche zu singen, dann ist dies vermutlich der beste Beweis für ein richtig gutes Miteinander.

Auch Gemeindesekretärin Barbara Scheidweiler freut sich über die Aktion. Sie und Pfarrerin Liane Scholz haben als Dank sogar einen Termin beim Nikolaus bekommen. Zum Abschluss dankt eine sichtlich gerührte Liane Scholz allen Kindern wie Frau Dohr, die ihre Tochter Felicitas zur Unterstützung mitgebracht hatte, mit den Worten: „Und schaut mal, der Nikolaus war heute schon bei uns und hat Euch diese Nikoläuse geschenkt.“ Sie ist begeistert über „die vielen klaren Stimmen, die noch nicht einmal ein Mikro brauchten“ und ruft den Drittklässlern entgegen: „Ihr ward spitze!“ Während sich die Kinder über die Schokolade hermachen 

Wer sich fragt, wie man in den Genuss eines Konzerts der 3c von der Olympiaschule kommen kann, der/die muss wissen: Da ist Frau Dohr streng. Nur in Ausnahmefällen könne man ihre Klasse buchen! Aber, pssst, bald proben die Kinder wieder. Als 4c werden sie ein neues Stück einstudieren und öffentlich zum Besten geben, so viel dürfen wir heute schon verraten...

Text: Elke Tonscheidt, www.ohfamoos.com


Max, 4a , 2008/2009
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